Hüterin und Hüterin von Hüterin

Wenn eine Tochter nicht “aus Versehen” zur Widerständlerin geworden ist, bekommt sie den Auftrag, einen Gral zu hüten, also darauf zu achten, daß er weitergegeben wird und dadurch weiter lebt. Dieser Auftrag wird dadurch weitergegeben, daß Mütter (oder auch Großmütter) das Mädchen schon früh auf das “spätere” Leben vorbereiten. Sie erhalten Informationen aus Mutters Leben, über Umgang mit Männern und anderen gefährlichen Mitmenschen. In dieser Weitergabe steckt das Gedankengut, stecken die Einstellungen und Vorstellungen, die zum jeweiligen Gral gehören.

Natürlich soll dann diese Tochter nur einen Mann heiraten, der den Gral darstellt, den die Tochter hüten soll. Das zeigt sich oft in dem Begriff “die Frau an seiner Seite”. Das zeigt sich in Situationen, wie z.B. bekannte Politiker von ihren Frauen beraten werden, wie Karieremänner durch ihre Frauen gepuscht werden.

Söhne sollen den Gral halt nur darstellen, ihn verwirklichen, sein Gedankengut zur eigenen Lebensvorstellung machen.

Nun gibt es die Situation, daß es mehrere Töchter in einer Familie gibt. Wenn nun eine Mutter eine dieser Töchter nicht so mag, sie öfter übergeht oder benachteilgt, gibt es keine Möglichkeit, von der Mutter Informationen zu erhalten, um Hüterin zu werden. Eine solche Tochter hält sich im Hintergrund, wenn es um diese Angelegenheiten geht, und schaut zu und hört genau hin und läßt sich von ihrer Schwester informieren. So lernt diese Tochter, die Schwester als Hüterin zu bewachen, sie zu kontrollieren, ihr Belehrungen zukommen zu lassen und darauf zu achten, daß diese Schwester nur ja nicht von ihrem Auftrag abweicht.

Aber auch dann, wenn eine Mutter ihre einzige Tochter ablehnt, sie herabsetzt, abwertet, kann diese nun zur Hüterin von Hüterinnen werden. Sie muß sich dann Informationen außerhalb der Familie besorgen (bei Freundinnen oder fernen Verwandten) ...

Später handelt es sich dann um Frauen, die gerne andere Frauen um sich sammeln, mit ihnen Freizeit verbringen und viel tratschen. Sie geben gerne ihren Freundinnen Ratschläge (z.B. im Umgang mit deren Männern oder Kindern) und helfen auch sonst in Alltags- und Kleidungsfragen. Sie geben sich freundlich, einfühlsam und verständnisvoll - solange die Freundin sie als Respektsperson behandelt.