12 bis 18 Jahre

Entwicklungen zwischen etwa 12 (ggf. schon eher!!!) bis 18 Jahre

Jugendliche nach ihrer Gefühlslage befragt, schildern die gleichen Sorgen, Probleme und Ängste. Da wird berichtet über "Dauerstress mit den doofen Eltern, Liebeskummer, die ersten sexuellen Erfahrungen, Schul- bzw. Ausbildungsprobleme, teure Klamotten, höhere Taschengeldforderungen, Rauchen, Musik, hohe Telefonrechnungen ..."

"Meine Alten quatschen mir ständig in alles rein" meint Lena, 14 Jahre alt, und die anderen Mitglieder ihrer Clique im Jugendzentrum nicken heftig dazu. "Ich find's total nervig, dass ich nichts allein entscheiden darf."

Sarah (14 Jahre) bekommt jedes mal tierischen Stress mit ihren Eltern, wenn sie von Parties oder aus der Disco nicht pünktlich nach Hause kommt. "Alle dürfen bis Mitternacht durchdancen und ich muss immer um zehn Uhr zuhause sein."

Michael (16 Jahre) erinnert sich an seinen ersten Vollrausch: "Als mich mein Alter von der Party abgeholt hat, war er total sauer und machte einen riesigen Stunk. Dabei säuft er doch manchmal selber wie ein Loch ...!"

Tom (13 Jahre) hört am liebsten Techno, Trance oder Housemusic, immer in entsprechender Lautstärke. "Den Sound, den sich mein Vater reinzieht, kannst Du im Altersheim auflegen!" Seine kulturell ansonsten toleranten Eltern treibt er allein schon mit der Lautstärke zur Weißglut.

Die 14jährige Nathalie ist total in Christian verliebt. Der hat aber was mit Claudia und will von ihr offenbar nichts wissen. An manchen Tagen fühlt sie sich dann einfach hundeelend. Mit ihrer Mutter würde sie darüber nie sprechen.

Im Kern steckt hinter all diesen Aussagen der Wunsch nach Abgrenzung und Abstand von der früheren kindlichen Identität, das Streben nach Selbstbestimmung und Selbstfindung - der Wunsch, erwachsen zu werden. Es lassen sich Verhaltensmuster feststellen, die immer wieder in ähnlich gelagerter Form anzutreffen sind. In der Pubertät entwickelt sich ein neuartiges Bewusstsein für die eigene unverwechselbare Identität.

Gleichzeitig werdenTeenager immer sensibler in der Wahrnehmung der eigenen seelischen und auch körperlichen Verletzlichkeit. Die Jugendlichen leiden in dieser Zeitspanne der Selbstfindung unter einem starken Unsicherheitsgefühl, was sich auch in extremen Gefühlsausbrüchen widerspiegeln kann. Mal gibt es Zeiten totalen Hochgefühls, dann wiederum tiefe emotionale Abgründe. Es gibt Phasen, in denen sie apathisch herumhängen, sich zurückziehen und sich tödlich langweilen. Diese Phasen können nahtlos abgelöst werden durch Phasen voller Energie und Lebensfreude.

Um die eigene Unsicherheit zu kompensieren, geben sich Teenager gerne großspurig. Man will die Welt davon überzeugen, dass man selbstbewusster und stärker ist, als man sich eigentlich fühlt.

Teenager lieben das Risiko. Sie müssen experimentieren, Grenzen ausloten - ihre eigenen Grenzen und die anderer Menschen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Das gehört zu dem langwierigen Lernprozess, zu dem Versuch, das eigene Leben in den Griff zu bekommen und für sich selbst Entscheidungen zu treffen.

Wie intensiv soll ich versuchen, am Leben meines Kindes teilzunehmen?

Wie kann ich mit meinem Kind im Gespräch bleiben?

Wieviel Freiraum braucht mein Kind?

Wo ist die zeitliche Grenze beim Ausgehen?

Wie wichtig ist die Privatsphäre?

Wie kann ich mein Kind in dieser Lebensphase am Besten schützen?

Im "Kinderzimmer" herrscht Chaos!

Darf bei Verdacht das "Kinderzimmer" durchsucht werden?

Wie verhalten, wenn das Badezimmer dauerhaft blockiert wird?

Darf man Richtlinien vorgeben, soll man Ratschläge erteilen?

Wie kann ich unnötige Konflikte vermeiden?

Wie soll man auf unerwünschte Freundschaften reagieren?

Wie verhalte ich mich bei Konflikten?

Was tun, wenn Verbote missachtet wurden?

Wie bemerke ich Fehlentwicklungen in der Pubertät?

Was tun, wenn sich das Kind total verschließt?

Fazit:

Diese Lebensphase muss kein Albtraum für die Familie sein!

Erziehung in der Pubertät bedeutet, zu erkennen, wieviel Eigenverantwortung der Jugendliche schon tragen kann und wieviel nicht.

Zuviel Liberalität kann dabei auch überfordern.

Schaffen Sie verständliche und nachvollziehbare Richtlinien und Absprachen, das schafft Sicherheit und Orientierung.

Erziehung bedeutet in dieser Phase, Konflikte gemeinsam durchzustehen.

Zeigen Sie deutlich, dass Sie zu Gesprächen bereit sind. Aufmüpfiges Verhalten des Teenagers ist normal. Lassen Sie sich nicht provozieren. Versuchen Sie, gelassen und tolerant zu bleiben.

Pubertät ist anstrengend, aber absolut notwendig für die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen.

Teenager sind besonders unsichere Menschen. Sie müssen daher durch Lob und Aufzeigen der persönlichen Stärken unterstützt werden. Für das Selbstbewusstsein ist das ungeheuer hilfreich.

Haben Sie Vertrauen in die Fähigkeiten Ihres Kindes.

Ungebetene Kommentare oder unerwünschte Ratschläge sind das Letzte, was Teenager hören wollen.

Freundschaften sind enorm wichtig. Der Teenager sucht sich neue Bezugspunkte außerhalb der Familie.

Sie verlieren Autorität, damit müssen Sie sich abfinden. Gelassenheit und Zurückhaltung sind gefragt.

Bleiben Sie offen für Gespräche, auch wenn Sie sich verletzt fühlen. Sie dürfen die Angriffe nicht persönlich nehmen